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Konfuzius in Oranienbaum: Chinoise Darstellungen zum Leben des Meisters und ihr kulturhistorischer Hintergrund

   

von Dorothee Schaab-Hanke

 
   

Reihe Phönixfeder 53
OSTASIEN Verlag
Paperback (24,0 x 17,0 cm), vii + 105 Seiten, mit vielen SW- und Farbabbildungen
2020. € 29,80
ISBN-13: 978-3-946114-67-3 (978-3946114673, 9783946114673) ISBN-10: 3-946114-67-9 (3946114679)
Vertrieb: CHINA Buchservice / Bestellen

 
   
Wer im heutigen „Gartenreich Dessau–Wörlitz“ das Schloss und den Park von Oranienbaum besichtigt, wird dort unter all den antik anmutenden Gebäuden auch auf eine chinoise Pagode und einen chinesisch anmutenden Pavillon stoßen. Und im Innern dieses Pavillons, ebenso wie in zwei Wohnräumen des Oranienbaumer Schlosses, finden sich zahlreiche Bilder, die den Betrachter mit der chinesischen Tradition vertraut machen, und zwar konkret mit Konfuzius und Szenen aus dessen Leben.

Auch wenn Chinoiserien in deutschen Schlössern des 18. Jhs. generell nichts Ungewöhnliches waren, so ist doch dieser konkrete Rückbezug auf Konfuzius, sein Leben und seine Lehre, dem Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) in Schloss und Park seiner Domäne einen solch prominenten Platz eingeräumt hat, etwas ganz Besonderes.

Wie die genauere Recherche ergeben hat, stützte sich der Künstler, der im Jahr 1789 den Auftrag erhalten hatte, die Wohnräume des Oranienbaumer Schlosses chinois zu gestalten, auf ein Buch mit 24 Kupferstichen eines gewissen Isodore-Stanislas Helman, das erst ein Jahr zuvor erschienen war. Dieser wiederum hatte von dem französischen Minister Henri Bertin (1720–1792) den Auftrag erhalten, chinesische Vorlagen aus einem Zyklus über das Leben des Konfuzius, die er von dem Jesuitenpater Joseph-Marie Amiot (1718–1793) aus Peking erhalten hatte, in mehr europäisch anmutende Kupferstiche umzusetzen.

Was mag wohl diesen Fürsten Franz, der in seinem chinesischen Pavillon übrigens auch eine Szene über das Pflücken von Maulbeerblättern neben dem Porträt des Konfuzius und Szenen aus dessen Leben anbringen ließ, dazu veranlasst haben, diese so kurz nach dem Erscheinen der Helman-Kupfer nach Oranienbaum zu holen? Was mag er, der zu den absolutistischen Aufklärern zählt und sich den physiokratisch-kameralistischen Reformen verschrieben hat, über Konfuzius gewusst haben, und nach welchen Kriterien traf er wohl seine Auswahl von insgesamt 13 Bildern aus der Helman-Monographie? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich dieses Buch.
 
   
Die habilitierte Sinologin Dorothee Schaab-Hanke hat sich u.a. mit der Bedeutung von Leitbildern in der chinesischen Tradition befasst. Sie war sieben Jahre als Wissenschaftliche Assistentin am sinologischen Seminar der Universität Hamburg tätig. Im Rahmen von Lehraufträgen hat sie am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Bamberg Seminare zum Wissens- und Kulturaustausch zwischen China und Europa in der Frühen Neuzeit sowie zu den Bildern, die man sich zu jener Zeit in Europa von China machte, abgehalten.