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"Wir sind dem Wahnsinn nah!":
Zum Einsatz deutscher Soldaten in China und zur japanischen Kriegsgefangenschaft (1914–1919)
auf der Grundlage von persönlichen Dokumenten des Oberst a. D. Paul Kuhlo (1866–1943)

Christian Bormann

 

Deutsche Ostasienstudien 61
OSTASIEN Verlag
Softcover (15,0 x 23,0 cm), ca. 350 Seiten
Erscheinen geplant für September 2026. € 39,80
ISBN-13: 978-3-911262-22-4 (978-3911262224, 9783911262224) ISBN-10: 3-911262-22-1 (3911262221)
Vertrieb: CHINA Buchservice / Bestellen

 
„Wir sind dem Wahnsinn nah!‘“ – mit diesen Worten beschreibt der deutsche Offizier Paul Kuhlo die letzten Wochen der Kämpfe um das deutsche Pachtgebiet Kiautschou im Herbst 1914. Nach der Belagerung und Kapitulation Tsingtaus gerät er mit Tausenden deutscher und österreichisch-ungarischer Soldaten in japanische Kriegsgefangenschaft, aus der viele erst Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zurückkehren.

Auf der Grundlage eines außergewöhnlich umfangreichen und bislang weitgehend unveröffentlichten Nachlasses zeichnet diese Studie Kuhlos Weg von seinen ersten Jahren in China über die Verteidigung Kiautschous bis zu seiner Internierung in den japanischen Lagern Tokyo-Asakusa (Higashi Honganji) und Narashino nach. Briefe, Tagebücher, Fotografien und dienstliche Aufzeichnungen eröffnen dabei einen seltenen Einblick in den Alltag deutscher Soldaten in Ostasien, die Kämpfe um Tsingtau und das Leben in japanischer Kriegsgefangenschaft.

Zugleich beleuchtet die Untersuchung die politischen und militärischen Beziehungen zwischen Deutschland, China und Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie die Herausforderungen, denen sich das japanische Kaiserreich im Umgang mit den Kriegsgefangenen gegenübersah. Die persönlichen Aufzeichnungen Paul Kuhlos ermöglichen dabei eine differenzierte Perspektive jenseits später entstandener Mythen über die Internierung deutscher Soldaten in Japan und eröffnen neue Einblicke in ein bislang wenig erforschtes Kapitel der deutsch-japanischen Geschichte.

Christian Bormann studierte Japanologie, Neuere Geschichte sowie Wirtschafts- und Technikgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Ruhr-Universität Bochum. Studien- und Forschungsaufenthalte führten ihn an die Ritsumeikan University in Kyoto. Die vorliegende Monographie basiert auf seiner Dissertation im Fach Japanologie an der Universität Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den deutsch-japanischen Beziehungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Marine- und Militärgeschichte, der Geschichte des Ersten Weltkriegs in Ostasien sowie der japanischen Kriegsgefangenschaft. Beruflich ist er als Vertriebsleiter tätig.